Schlagwörter

, , , , , ,

Hier kommt ein weiteres Highlight meiner bewegendsten und spannendsten Spielmomente. Meine „Witcher3-Story“ erzählt aus der Perspektive des Hauptprotagonisten Geralt von Riva, so wie er die Szenerie für mich im Game erlebt hat.

Wir sind an der Stelle, wo wir Ciri (Geralts Ziehtochter und „Halbhexerin“) bereits gefunden und die erste Attacke auf die Hexerfeste Kaer Morhen abgewendet haben. Zurück in Novigrad erledigten wir ein paar Angelegenheiten, bis Ciri eines Morgens Geralt unvermittelt den Vorschlag macht, Imlerith zu stellen, einen General der Wilden Jagd und einer ihrer Erzfeinde. Durch den Elfenmagier Avallac’h hat sie erfahren, dass er sich in ein paar Tagen ohne seine Roten Reiter allein an einem bestimmten Ort aufhalten wird. Natürlich brechen wir sofort gemeinsam auf; die Erzählung setzt an der Stelle ein, kurz bevor Geralt Imlerith endlich gegenübersteht.


Imlerith, General der Wilden Jagd, ist buchstäblich ein Mords-Elf. Nicht nur, dass er meinen Meister, Freund und Mentor Vesemir auf dem Gewissen hat, er hat auch Ciri bis aufs Messer verfolgt. Er muss sterben!

Ciri und ich sind auf den Kahlen Berg gegangen, dort, wo sich die Hexen einmal im Jahr zum Sabbat treffen. Dort, wo die drei Muhmen ihre Rituale abhalten und die Menschen von Velen auf ihren Segen in Form magischer Eicheln warten. Wo auch der eitle Imlerith hinkommen wird, weil die Muhmen ihn praktisch vergöttern. Dort werden wir ihn stellen, dort wird er seinen letzten Atemzug tun.

Ciri und ich müssen uns trennen, wir müssen sowohl die Muhmen finden und vernichten, als auch den General. Ciri würde sich Imlerith gern persönlich vornehmen, ich bin dagegen. Wir werfen eine Münze – ich werde gegen ihn antreten, Ciri übernimmt die Muhmen. Wir trennen uns also, es wird schon schiefgehen.

Ich renne den schmalen Pfad hinauf. Ein Ort der Macht wertet meine Quen-Magie auf. Ob ich das verstärkte Schutzschild unbedingt brauche? Schließlich bin ich bislang ganz gut ohne ausgekommen. Aber man weiß ja nie … denn unten im Lager hatte ich keine Lebensmittel mehr finden können und meine Vorräte gehen bereits zur Neige. Na, hoffentlich geht das gut. Es muss!

Tw3 screenshot Before the fight with Imlerith

Dann stehe ich ihm gegenüber. Was machen nur die vielen Sukkubi hier? Sie sollen verschwinden! Ideal für einen Kampf ist dieser Ort nicht, sehr beengt, an drei Seiten von Felsen begrenzt, die vierte von einem steilen Abgrund. Der Bergpfad ist der einzige Weg hinein und heraus.
Imlerith ist größer als gedacht, für einen Elf ausgesprochen kräftig gebaut, seine Rüstung zugegebenermaßen ziemlich beeindruckend. Doch seine „Kriegsbemalung“ im Gesicht beeindruckt mich weit weniger, auch nicht sein überhebliches Geschwätz. Schließlich stülpt er sich seinen Helm über, schnappt sich den Streitkolben (ein wirklich übles Ding) und einen riesigen Schild. Letztere werden meine beiden größten Widersacher werden.

Wir fackeln nicht lang, der Kampf beginnt und wir schlagen aufeinander ein. Ich versuche, ihm mit Igni-Feuerstößen und Yrden-Fallen beizukommen, was zusammen mit meinen Schwertstreichen nur wenig Schaden bei ihm verursacht. Kaum kann ich seinen unglaublich schnellen Bewegungen ausweichen, sie sind magisch und teleportieren ihn immer wieder an unerwartete Stellen, was ein rechtzeitiges Ausweichen schier unmöglich macht. Der begrenzte Platz tut sein Übriges und ich muss höllisch aufpassen, mich von diesem Abgrund fernzuhalten.
Ich komme ihm einfach nicht bei! Immer wieder trifft er mich hart, ich ducke mich, rolle unter seinem Streitkolben hindurch, versuche ihn so oft wie möglich von hinten zu erwischen … Mit mäßigem Erfolg. Er trifft mich immer wieder, meine Tränke Schwalbe und Waldkauz helfen kaum, ich werde schwächer. Ich muss mir eine andere Taktik ausdenken … Schnell! Nein, ruhig bleiben, die Atmung kontrollieren, den Kopf frei machen … Quen! Ich wirke immer wieder das Zeichen, schlage nur noch unter seinem Schutz zu, weiche aus, schnell, hin, her, auf den Abgrund achtend, sich nur nicht treffen lassen, schlage zu, von hinten, hart, er keucht, doch auch ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten …
Unsere Waffen liegen im Clinch, ich kann seiner Hand mit Aard die Kampfkeule entreißen und wegschleudern, ramme ihm sofort mein Schwert tief in den Bauch. Und er? Schlägt es mir einfach aus der Hand und packt mich am Hals, mit eisernem Griff, hebt mich mühelos gut zwei Fuß über den Boden, kriege kaum noch Luft … so muss es auch bei Vesemir auf Kaer Morhen gewesen sein! Meine Wut steigt ins Unermessliche, als er mich noch fragt, wer mir beigebracht hat, so zu kämpfen. Zusammen mit meiner Antwort schleudere ich dem Mörder mit aller mir verfügbaren Energie einen Feuerstrahl ins helmbewehrte Gesicht, bis das Metall rotglühend aufleuchtet. Er schreit, lässt mich endlich aus seinem erbarmungslosen Griff, fällt auf seine Knie und versucht, den brennend heißen Helm vom Kopf zu lösen. Doch der ist bereits mit seiner Haut verschmolzen, was Imlerith wenig daran zu hindern scheint, weiter an ihm zu zerren. Schließlich hat er es geschafft und wirft das noch immer glühende Metall von sich. Sich gerade noch aufrecht haltend und widerwärtig heulend, starrt mich ein Schädel mit verbranntem, rohen Fleisch und verkohlten Augenhöhlen an. Mit letzter Kraft und immer noch wahnsinniger Wut kralle ich mir seinen riesigen Streitkolben vom Boden, hole aus und – zertrümmere ihm damit sein Hirn, dass es nur so spritzt.

Vesemir ist gerächt.

Wenig später stößt Ciri zu mir. Sie findet mich auf einem Felsvorsprung am Abhang sitzend, ich bin ziemlich fertig, nicht nur wegen des Kampfes. Zum Glück geht es ihr aber gut. Sie setzt sich neben mich und erzählt mir von den Muhmen. Sie habe lediglich zwei von ihnen töten können, die dritte entkam. Ciris Anwesenheit baut mich auf und lässt mich schnell wieder zu Kräften kommen. Aber es braucht trotzdem noch ein Weilchen, schließlich bin ich nicht mehr der Jüngste. Wir nehmen uns einfach die Zeit.

Tw3 screenshot After Imlerith

Advertisements