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Wie ersetzt man einen slawischen Namen, der im Deutschen so gut wie unaussprechbar ist? Keine einfache Sache. Zum Glück gibt es in der Kurzgeschichte „Das weiße Grauen“ nicht sooo viele Notfälle. Bei Joruc war es kein Problem – einfach transkribieren in Jorutz, fertig. Oder der Ortsname Palanka (von „pałanka“, dt. „Palanke“, Sitz einer Genossenschaft) – der Einfachheit halber in ein gängiges Plankendorf übertragen. Was jedoch macht man mit einem Przecław [ˈpʂɛt͡swaf]? So ein altpolnischer Name aus dem 12. Jh. hat ganz andere Anforderungen und man überführt ihn doch nicht einfach in ein „Pschetzlaw“, oder?

Nachdem diese Variante absolut nicht in Frage kam, haben p.m. und ich nach Alternativen gesucht. Entspricht er vielleicht einer Ortsbezeichnung, für die es ein deutsches Pendant gibt? Es gibt zwar Orte dieses Namens, auch ein hübsches Schlösschen heißt so, aber Pritzlow als männlicher Vorname …? Gut, notiert, wird aber als Plan B erstmal beiseite gelegt.

Onoma

Als nächstes dachten wir an eine simple Übersetzung, vielleicht kommt damit ja was Sinniges raus. Also kurz im Netz gestöbert und herausgefunden, dass „przec“ bzw. „przed“ (sprich: psched) viele Bedeutungen haben kann, je nach Kontext; und „sław“ steht für „sława“, also den „Ruhm“ – ergibt laut Wikipedia zwei Wendungen: Zum einen „jemand, der Ruhm bringt über andere Dinge“, zum anderen „den Ruhm hochstellend“. Im Deutschen stammen Namen mit hroth (germanisch) von „Ruhm“ ab (wie Robert oder Rutger). Vielleicht Rothstand? Murks. Ich kenne keine deutsche Entsprechung, die einen ähnlichen oder gar denselben Sinn ergeben würde, da müsste schon ein richtiger Onomast her. Also zurück zu Plan B.

Fazit: Unser urslawischer Soldat Przecław wurde zu einem eingedeutschten Pritzlow. Nicht der Weisheit bester Schluss, aber gangbar, wie wir meinen.
Damit wären Kapitel 3 und 4 jetzt fertig, eigentlich auch schon mit das fünfte. Aber für das Witchers Journal Nr. 4 genügen diese beiden Kapitel, mehr später. Man liest sich!

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